Stand: März 2006 Überarbeitet: Januar 2008

Top 10

Trainingspartner und
Impressionen meiner faszinierendsten Läufe



Ort: Wattenscheid, 23°C, Jahr: 2002, Anlass: Westdeutsche Meisterschaften 800m

Zu dieser Meisterschaft reiste ich mit der langsamsten Qualizeit (1:58,47) an und nahm mir fest vor, auf keinen Fall als Letzter nach Hause zu fahren. Das Bild entstand 120m vor Schluss in der letzten Kurve. Ich war zu diesem Zeitpunkt 12. und Letzter und wollte mich noch nicht damit abfinden, wie mein verbissener Gesichtsausdruck schon vermuten lässt. Vor mir Robin Köppe von Bayer 04 Leverkusen, der schon mehrere Male auf der Zielgraden mit meinem Endspurt Bekanntschaft machen durfte. „Den hast du doch sonst auch schon geknackt“ sagte ich mir immer wieder. Trotz einem eh schon mörderischen Durschnittstempo von weniger als 15s auf 100m zog ich raus auf Bahn 2 und holte mir auf der Zielgeraden noch einige Plätze. Ich erreichte meine beste Einzelplatzierung bei Westdeutschen Meisterschaften. 8. Platz in 1:56,06. Köppe wurde 11. in 1:56,81.

(Foto: Papa Eysel)

Ort: Wuppertal, 17°C, Jahr: 2004, Anlass: Arthur Lambert Gedächtnislauf 5000m

Das künstlerisch exquisiteste Foto, dass bisher von mir gemacht wurde, wie ich finde. In diesem Lauf stellte ich - nachdem mein Hase bei 2000m und 6:29min ausstiegen war - im Alleingang meine aktuelle Bestzeit über 5000m in 16:22min auf. Die größte Motivation war: in diesem Lauf gab es keinen, der nicht mindestens einmal von mir überrundet wurde.

(Foto: Ralf Scheel)

Ort: Tübingen, 28°C, Jahr: 2003, Anlass: Deutsche Hochschul Meisterschaften 800m

Bei diesem Wettkampf konnte ich nicht glänzen, ausser auf diesem exzellenten Bild, 50m vor Schluss. Zusammen mit Maximilian Kauert, meinem Sprint-Trainingpartner aus Wuppertal, kam ich in die Heimat Dieter Baumanns nach Tübingen. Max lief hier seine erste 10er Zeit über 100m und so wurden meine Leistungen vergleichsweise nichtig. Ich schied im Vorrlauf über 800m mit 1:59,02 aus. Eine echt geniale Pose. Sieht schon fast gestellt aus.

(Foto: Kauert)

Ort: Tübingen, 30°C, Jahr: 2003, Anlass: Deutsche Hochschul Meisterschaften 3000m Hindernis

Am 2. Wettkampftag war es sogar noch ein bisschen wärmer und somit habe ich optimale Bedingungen für den Hindernislauf vorgefunden. Bisher konnte ich es noch bei keinem anderen beobachten, dass der Wassergraben komplett übersprungen wurde und die Spikes trocken blieben. Meines Erachtens ist dies aber die scharfsinnigste Taktik: einfach 30m vor dem Graben nochmal etwas mehr Kraft investieren und beschleunigen, um so trocken und schnell auf der anderen Seite rauszukommen. Ambitionierte Hindernisläufer verlieren hier Zeit, indem sie mit unverändertem Tempo in den Wassergraben „reinfallen“, wobei dann beim rauslaufen Kraft und Geschwindigkeit verloren gehen. Darüberhinaus bleibt der Fuss in einem nassen Schuh nicht stabil und so verliert man weiter Kraft auf der gesamten Runde. Auf der letzten Runde lass ich es mir aber auch nie nehmen, ohne Balkenberührung mit Vollgas in den Graben „reinzuplatschen“, um dann mit gesteigertem Adrenalin die letzten 150m und das letzte Hindernis im Sprint zu überwinden. Bei diesem Lauf wurde ich 9. in 10:10min.

(Foto: Kauert)

Ort: Aachen, 19°C, Jahr: 2002, Anlass: Kreis Meisterschaften 800m

Gerne erinnere ich mich auch an diesen Lauf, meine erste Kreismeisterschaft in Aachen. Kurz vor Beginn der letzten Kurve (Bild) packte ich meinen selten bezwungenen Endspurt aus und wollte natürlich auch Marc Winden (rechts) auf die Plätze verweisen und mir meinen ersten Titel holen. Leider verdrängte ich, dass Marc in der B-Jugend Deutscher Meister über 1500m wurde und so unterschätze ich leider, dass auch er noch nicht alle Karten gespielt hatte. 90m vor Schluss merkte ich, dass ich mich verkalkuliert hatte. Wie ein Albtraum kamen mir jetzt die letzten 30m vor, die ich auf der Stelle zu laufen schien. Ich musste mich um den Hauch von 2 Zehntel Sekunden geschlagen und mit dem Vizetitel in 1:58,47 zufrieden geben. Max Eysel (1. Verfolgertruppe) war sogar noch schneller auf den letzten 200m. Er konnte noch etwas Boden gut machen und unterbot als 4. in diesem selten starken Feld ebenfalls noch knapp die 2 Minuten Grenze.

(Foto: ?)

Ort: Aachen, Jahr: 200?, Anlass: Sprint Training

Die härtesten Trainingseinheiten absolvierte ich mit Max Eysel, hier beim Sprint Training im Waldstadion. Das beste Training, an dass ich mich mit ihm erinnern kann, waren 4 x400m in einem Traumschnitt von 56,9s. Mit ihm stellte ich, in einem einzigen Training 4 persönliche Bestzeiten auf. Zusammen mit Max und Marc lief ich dann im Sommer 2002 in Hamburg zu meinem größten Erfolg: Platz 6 bei den Deutschen Junioren Meisterschaften über 3x1000m in sagenumwobenen 7:34min. Diese Zeit bedeutete ausserdem Platz 20 in der Deutschen Bestenliste. Der Vereinsrekord von 1960 wackelt heute noch.

(Foto: ?)

Ort: Bergisch Gladbach, 19°C, Jahr: 2001, Anlass: 2. Tag Bahnlaufserie 1000m

Innerhalb von 15 Tagen stellte ich bei dieser Serie 3 persönliche Bestzeiten auf. Dieses Bild entstand 150m nach dem Start. Hinter mir mein damaliger Trainingspartner Ralf Scheel. Mit ihm bestritt ich, im Gegensatz zu Max nicht die härtesten, aber die schnellsten Einheiten. Es kam nicht selten vor, dass wir einen 200er in 24s oder einen 400er in 54s mal eben so im Training liefen. Noch zufrieden von meiner 800m Bestzeit 7 Tage zuvor, wollte ich den 1000er nur locker und zügig zu Ende bringen. Es kümmerte mich auch gar nicht, dass bereits eine kleine Lücke zu Rana Batthachajee (2.v.r.) riss, da ich ihn sowieso für unerreichbar hielt. Leider dachte Ralf da anders und stopfte nicht nur die Lücke, sondern ging sogar vorerst mutig in Führung. Da ich wusste, dass Ralf als 400m Spezialist eher weniger mit dem Ausgang des Rennens zu tun hätte, blieb ich dran und war meinerseits plötzlich und unbeabsichtigt in Führung. Nach 800m war ich dann wieder auf Platz 4, Ralf hinter mir, aber die beiden ersten, wie auch Frank Weber (1.v.l.), wieder davor. Bei der Zeitendurchgabe von 2:03 war mir gar nicht bewußt, dass es jetzt klar auf Bestzeit zuging. Im 200m Endspurt überholte ich dann einen nach dem anderen und wurde hauchdünn in 2:32,17 Gesamtsieger. Frank Weber trotzt 2:32,99 nur 4., Ralf wurde in 2:36 5.

(Foto: laufen-in-koeln.de)

Ort: Wuppertal, Jahr: 2001, Anlass: Arthur Lambert Gedächtnislauf 5000m

Nur drei Tage nach dem Abschluss der Bahnserie kam es zu dieser Begegnung. Fast schon eine reine Vereinsmeisterschaft des BTV Wuppertal. So sah meine Trainingsgruppe aus, kurz bevor ich zur Aachener TG gewechselt bin: In Führung Marc Röttger, dann Jan Röttger, halb verdeckt dahinter: ich, dann Martin Krönke und Frank Holberg. Ausser mir und Frank, waren nur top 15-Minuten-Läufer am Start. Bei diesem Rennen jedoch konnte ich das Tempo mitbestimmen. Marc nicht in top Form und Jan stieg nach 3000m aus. Den längsten Schlussspurt, denn ich mir je zugemutet habe, zog ich hier drei Runden vor Schluss an. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen wollte ich Martin vorzeitig abschütteln. Leider wurde nichts draus. An diesem Tag war er in absolut äquivalenter Form, wie ich selbst. Gab ich Gas, blieb er dran, ruhte ich aus, blieb auch er in Lauerstellung. So versuchte ich in sieben bis acht Zwischenspurts ihn abzuschütteln, bis wir in unveränderter Formation auf die Zielgerade kamen. Jetzt drückte ich das Gaspedal voll durch, doch auch jetzt konnte Martin das Tempo halten und zog sogar neben mich. Ich wollte unbedingt gewinnen und legte mich soweit nach vorn, dass ich kurz davor war das Gleichgewicht zu verlieren. Doch auch jetzt wurde ich ihn nicht los. Die Ziellinie kam. Ich wußte nicht, wer gewonnen hatte. Das Fotofinish entschied: 16:33,40 für mich und 16:33,41 für Martin. Was für ein hauchenges Ding!

(Foto: ?)

Ort: Wuppertal, 20°C, Jahr: 2001, Anlass: Rund um Wuppertal

Bei diesem sehr reizvollen und anspruchsvollen Staffellauf aufgeteilt in 10 Teilstrecken mit insgesamt 105km Rund um Wuppertal geht es größtenteils nur bergauf oder bergab. In diesem Jahr konnte wir mit der jungen Staffel des BTV Wuppertal einmalig die lange Siegesserie des übermächtigen Remscheider SV unterbrechen. Nach 6:51std blieb die Uhr stehen. Hier bei der Siegerehrung leider nicht mit allen Staffelmitgliedern. v.l.n.r.: ich, Till, Jens, Marc, Jan, Frank und Jan.

(Foto: ?)

Ort: Leverkusen-Opladen, 0°C, Jahr: 1996, Anlass: Kreismeisterschaften Cross

Im Kreis Bergisches Land werden alle Wettkämpfe von Leverkusenern Athleten dominiert. Alle Wettkämpfe? Nein! Ein kleiner Verein aus Wuppertal hört nicht auf vereinzelt, aber beständig dem TSV Bayer 04 Leverkusen Widerstand zu leisten. Bei diesem Wettkampf war es wie bei David gegen Goliath. Eine Übermacht aus Leverkusen mit 5 Athleten, darunter Jan Drees (links), Deutscher Jugendmeister, und Michael Stemmler, stand uns, 2 Frischlingen, Marc (in gelb) und mir (ganz rechts), sowie unserem Shootingstar vom BTV, Lars Hillringhaus (im Bildvordergrund) gegenüber. Es ging um den Mannschaftstitel Kreismeister-Bergisches Land, mit Punktewertung der drei Erstplatzierten. Marc und ich hatten von vornherein keine Chance auf eine Einzelmedaille. Die einzige Chance, die es gab war, Lars musste gewinnen und wir zwei Nachwuchsläufer durften nur die stärksten beiden Leverkusener vor uns lassen. Genauso kam es dann auch. Lars holte sich mit Vorsprung den Einzeltitel, Marc und ich landeten, unermüdlich angetrieben durch Trainer und Eltern, zeitgleich auf Platz 4 und 5 und verausgabten uns dabei total. Ich kroch mit letzter Kraft von der Ziellinie in die Umkleide und blieb dort mehrere Minuten regungslos liegen. Das erste Mal fühlte es sich so an, als hätte ich mehr aus mir rausgeholt, als drin war.

(Foto: Horst Röttger)



Freue mich über jegliche Art von Kritik, Anmerkungen, Lob oder Verbesserungen von Rechtschreibfehlern. Könnt ihr alles ins neue Gästebuch reinpacken.

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